Influencer Marketing 2020 - Diesen Fehler solltest du vermeiden!

So findest du die passenden Influencer für deine Marke

Inhaltsverzeichnis

Sebastian Proprenter

Autor: Sebastian Proprenter
Position: Geschäftsführer
Aktualisiert: 20.05.2020

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Einführung

Influencer Marketing gewinnt immer mehr an Bedeutung. Warum es so gut funktioniert? Wer sich über neue Produkte informiert, nutzt häufig seine Social Media Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter. Eine Studie von Statista belegt, dass mehr als 70% der befragten Konsumenten persönlichen Empfehlungen mehr vertrauen als allen anderen Werbeformen. Daher werden Werbebotschaften von Influencern als glaubwürdiger eingeschätzt als klassische Werbeformen. Ein weiterer Faktor ist „Social Proof“. Also ein Verhalten welches Sozial bewährt ist, welches auch viele andere (potenzielle) Kunden an den Tag legen beeinflusst die Kaufentscheidung enorm. 

Für viele junge Menschen bieten Influencer auf den verschiedensten Kanälen (Instagram, Youtube, TikTok, Twitch) eine der beliebtesten Medien- und Informationsquellen. Die Follower lassen sich gerne von ihren Online-Vorbildern zu Themen wie Lifestyle, Mode, Gaming oder Sport beraten und inspirieren.

Deshalb hat die Relevanz von Influencer-Marketing für Unternehmen stark zugenommen, während die generelle Anzahl an Likes und Co. abnimmt. 

Dadurch ändert sich die Art und Weise, wie der Erfolg einer Influencer-Kampagne in 2020 gemessen wird. Statt der bloßen Anzahl an Likes und Followern zählen jetzt KPIs wie Brand Fit und Markensympathie. Welche Fallstricke, Fehler und NO-GOs du dabei beachten solltest erfährst du hier!

STOP Influencer Marketing Fehler

Micro und Nano Influencer Marketing - klein aber OHO!!!

Unterstützung beim Thema Influencer Marketing findest du im Reiter „Social Media“ -> Influencer Marketing

Der Trugschluss oder Fehler die bei der Vorauswahl des passenden Influencers häufig auftretten, ist der Fokus auf die Reichweite bzw. die Menge der Follower. Den Größe ist nicht alles in der digitalen Welt!

Die Unterscheidung der Social-Media-Influencer in Unterkategorien wird häufig durch die Follower-Anzahl geprägt:

  • Mega-Influencer (Mega-Influencer besitzen einen Prominenten-Status und sind bereits im klassischen Testimonial-Geschäft unterwegs. Ihre Follower-Anzahl manifestiert sich häufig im siebenstelligen Bereich.)

  • Macro-Influencer (Macro-Influencer sind meist in sozialen Netzwerken groß geworden und fokussieren sich häufig auf ein bis zwei Themenbereiche. Ihre Follower-Anzahl liegt zwischen 50.000 und 1 Mio.)

  • Micro-Influencer (Micro-Influencer sind allgemeine Themen-/Branchen-Experten und befinden sich bei einer Follower-Anzahl zwischen 10.000 und 40.000 Follower.)

  • Nano-Influencer (Nano-Influencer sind meist interaktiv-freudige Nutzer mit einer Reichweite von unter 10.000 Follower. Durch ihre kleinen Accounts haben sie aber dafür eine sehr enge Bindung zu ihren Followern.)

Micro und Nano Influencer sind spezialisierter auf ein Thema und daher mit einer klarer umrissenen Zielgruppe. Dabei kommen die Produktplatzierungen nicht nur gezielter an, sondern profitieren auch von mehr Interaktion der Follower mit dem geposteten Inhalt. Die Engagement Rates (das Verhältnis zwischen Follower-Anzahl und Interaktionen auf einem Post), die sich bei Influencern mit 1.000 bis 10.000 Followern beobachten lassen, liegen deutlich über denen der Big Player. Der persönliche Kontakt – und sei es nur über die Kommentarfunktion – ist bei kleineren Influencer-Accounts näher als bei den Star-Bloggern und zeugt so von Authentizit

Influencer Auswahl Tipp:
Aufstrebende Influencer die kaum bis gar keine Werbeposts nutzen, bieten das größte Potenzial.

Vergleicht man die Engagement Rate  von Micro- und Makro-Influencern, so ist eine starke Abnahme der Engagement Rate ab ca. 40.000 Follower erkennbar. Das größere Unternehmen diesen Trend bereits verstanden haben und für sich zu nutzen wissen, beweisen Brand Ambassador Programme von Adidas und Esprit die sich speziell an Micro Influencer richten. Aber wie findest du den passenden Influencer?

Macro vs Micro und Nano Influencer

Wie finde ich den passenden Influencer?

Das wichtigste zuerst: Du solltest deine Kampagnenziele und deine Zielgruppe genau definieren. Danach ist es an der Zeit proaktive zu werden. Es hat sich bereits eine sehr aktive Szene mit Influencer Plattformen und Agenturen bzw. Datenbanken entwickelt. Auf der Suche nach dem passenden Influencer habst du drei Möglichkeiten:

  • Auftragsvergabe an eine externe Agentur:  überlasse den Profis das Feld, dafür musst du aber je nach Einzelfall mit höheren Kosten für die einzelne Kampagne rechnen.
  • Spezielle Plattformen zur Auftragsvermittlung:  Sie stellen Ihre Kampagne inklusive aller Details auf einer Plattform wie reachhero. Influencer können sich dann bei Ihnen melden und Sie entscheiden über eine Zusammenarbeit.
  • Eigeninitiative: Sie legen selbst los und begeben sich auf die Suche. Das ist für Sie sehr zeit- und kostenaufwändig, aber in diesem ganzen Prozess obliegt dir die vollständige Kontrolle.

Willst du den Prozess selbst in die Hand nehmen, dann solltest du dich genau informieren auf welchen Kanälen deine Zielgruppe besonders gut zu erreichen ist.

Ältere Zielgruppen sind auf Facebook, Blogs oder LinkedIn unterwegs, bei jungen Frauen ist Instagram angesagt, bei Teenagern kommt Tik Tok in Frage.

Diese Erkenntnisse sind wichtig, um gezielt nach Influencern zu suchen. Nun kannst du deine gewählte Social Media Plattform mit Hilfe deiner Keywords und anderer Metriken nach dem passenden Influencern absuchen oder du wirst wieder proaktiv.

Die wohl einfachste Möglichkeit, um lokale Nano Influencer für die eigene Marke zu gewinnen ist Situationen zu schaffen, in denen für Social Media geeigntete Bilder entstehen, wie Events, Promotions, PR-Aktionen, Roadshows oder Messen. Der direkte Kontakt mit der Zielgruppe schafft eine emotionale Bindung und begeistert diese. Zusätzlich kann die Generierung von Bildern hier gezielt gesteuert und gemessen werden. Es gilt, für die Zielgruppe passende Erlebnisse zu schaffen und dabei eine Option zur Erstellung von Content zu integrieren. Der Hintergedanke ist einfach: Das Event soll für den Besucher ein unvergleichliches Erlebnis bieten.

Die wahrscheinlich einfachste und kostengünstigste Option ist der Einsatz von Event Hashtags und Hashtag-Gewinnspielen. Kombiniert mit Fotoboxen, bietest du deiner Zielgruppe einzigartige und bleibende Erinnerungen. Durch Fotos, GIFs oder Boomerang-Videos mit animierten Filtern und lustigen Accessoires entstehen dabei außergewöhnliche Aufnahmen mit Wow-Faktor, der gerne von Nutzern geteilt wird. Vor dem Event wird dazu ein zum Thema und der Marke passender, einzigartiger Hashtag ausgewählt. Dieser sollte auf dem Event selbst, sowie online kommuniziert und promotet werden, um die Eventbesucher auf den Hashtag aufmerksam zu machen. Im Idealfall versehen Besucher ihre selbst erstellten Bilder mit dem Event Hashtag und steigern somit die Reichweite deines Unternehmens in den Sozialen Netzwerken.

Postet der Besucher das Bild nun auf seinem Instagram Account, so profitieren gleich drei Seiten von dem Post: der User, das auf dem Post markierte Unternehmen sowie das Netzwerk des Users. Gleichzeitig erreicht das Unternehmen nicht nur die Eventbesucher selbst, sondern trägt die Reichweite vor Ort auch in die Online-Welt weiter. Das ermöglicht es, das gesamte soziale Netzwerk des Postenden sowie der markierten Personen zu erreichen.

Ein positiver Nebeneffekt: Nach der Aktion kann über den Hashtag genau nachvollzogen werden, wie viele Personen tatsächlich ein Bild von der Aktion gepostet haben. So hast du bereits eine Vorauswahl an passenden Influencern, welche sich mit deiner Marke idenifizieren und kannst diese anhand von dir ausgewählten KPIs wie Social Signals, Brand Fit oder Markensympathie selektieren.

 

Ist der richtige Influencer ausgewählt gilt es die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten!

Influencer Marketing Kärnten Atrio Villach
Influencer Marketing Villach Kärnten

Die rechtliche Lage

Bei der Zusammenarbeit mit Influencern bei denen diese entgeltwerte Gegenleistungen erhalten gilt die Kennzeichnungspflicht! Influencer empfehlen dabei beiläufig gewisse Produkte und Dienstleistungen und stellen einen authentischen Werbepartner für Unternehmen dar. Die große Chance der zielgruppenspezifischen und nicht aufdringlichen Werbung stellt gleichzeitig eine der größten Gefahren dar. Die Vermischung von persönlichen Empfehlungen beziehungsweise Information und Werbung birgt die Gefahr, dass die angesprochenen Zielgruppen nicht mehr erkennen können, warum der Influencer etwas empfiehlt. Somit könnten die Follower dazu verleitet werden eine Sache zu kaufen, weil es ihr Idol empfohlen hat, obwohl dieses tatsächlich eine Gegenleistung für die Aussage erhalten hat. Diese Irreführungsgefahr will der (europäische und nationale) Gesetzgeber verhindern.

Zusätzlich soll durch entsprechende Regelungen das Vertrauen in unabhängige Medien gestärkt werden. In jenen Fällen, in denen der Influencer tatsächlich eine entgeltwerte Gegenleistung erhalten hat, muss der betreffende Beitrag gemäß Medien- und E-Commerce-Gesetz als Werbung gekennzeichnet werden.

Die Trennung von werblichen Inhalten und redaktionellen Beiträgen ist in Österreich gleich an mehreren Stellen gesetzlich geregelt, zum Beispiel:

§ 26 MedienG – Kennzeichnung entgeltlicher Veröffentlichungen
§ 6 ECG – Information über kommerzielle Kommunikation

Da es im Mediengesetz gut beschrieben ist, zitiere ich den Wortlaut:

Ankündigungen, Empfehlungen sowie sonstige Beiträge und Berichte, für deren Veröffentlichung ein Entgelt geleistet wird, müssen in periodischen Medien als „Anzeige“, „entgeltliche Einschaltung“ oder „Werbung“ gekennzeichnet sein, es sei denn, daß Zweifel über die Entgeltlichkeit durch Gestaltung oder Anordnung ausgeschlossen werden können.

Nähere Informationen findest du im österreichischen Unternehmensservice Portal und auf der Website des österreichischen Werberates hier:

Unternehmensservice Portal

Österreichischen Werberates

 

erfolgreiches social media marketing

Influencer gut, Marketing gut

Micro und Nano Influencer werden wahrscheinlich die klassischen Influencer nicht ablösen und stets ein Teilaspekt des Phänomens “Influencer-Marketing” bleiben. Es ist jedoch für Unternehmen an der Zeit umzudenken und Potenzial nicht nur in klassischer Reichweite messen. Entscheidend ist die Qualität und nachhaltige Authentizität der erstellen Inhalte, die das Unternehmen repräsentieren. Die Zahlen belegen, das Engagement bei durchschnittlichen Accounts am höchsten ist – und damit auch die Qualität der Reichweite.

Auch wenn sich heute Vieles online abspielt, so sind Events trotz allem für das moderne Marketing von hoher Relevanz. Unternehmen sollten gezielt Promotions nutzen, um so eine Vielzahl an potenziellen Markenbotschaftern, die kostenlos für sie werben, zu erreichen.

Also: proaktiv werden und vom bequemen Bürostuhl aufstehen. 😉 oder…

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Sebastian Proprenter